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Europäisches Hansemuseum Lübeck – lebendige Geschichte medientechnisch inszeniert.

Das Objekt
Das Europäische Hansemuseum lädt wissbegierige Gäste zu einem Einblick in die Geschichte der Hanse ein. Das barrierefrei konzipierte Haus im Norden der von der UNESCO als Welterbe anerkannten Lübecker Altstadt besteht aus einem Museumsneubau, dem aufwendig restaurierten mittelalterlichen Lübecker Burgkloster sowie öffentlich zugänglichen Außenanlagen entlang des zum Kloster führenden Burghügels. Im Europäischen Hansemuseum treffen Historie und Moderne aufeinander: Die handwerklich hochwertige Gebäudekubatur mit ihrem monolithischen Charakter wurde von Andreas Heller Architects & Designers designiert; sie erinnert an die mittelalterliche Ziegelstadtmauer, die einst am Fuß des Burghügels verlief. Öffentliche Terrassen mit Blick auf den einst wichtigsten Handelshafen Europas, diverse Höfe, ein Spielplatz, eine anspruchsvolle Gastronomie, moderne Veranstaltungsräume und nicht zuletzt ein Museumsshop machen das Europäische Hansemuseum Lübeck zu einem attraktiven Ausflugsziel für Besucher aller Altersstufen. Sie erfahren bei einem Rundgang durch die Ausstellung, wie sich das Leben in den auswärtigen Niederlassungen der Hanse (den so genannten Kontoren) abgespielt haben könnte. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden die Dioramen (Schaukasten mit Modellfiguren und –landschaften) und Kabinette im Wechsel angelegt.
 
Die Aufgabe
Andreas Heller Architects & Designers haben die Grundsätze der partizipativen Museumstechnologie entwickelt und die Medienanwendung im Europäischen Hansemuseum konzeptionell gestaltet. Für die technische Umsetzung wurde ASC beauftragt. ASC war in Absprache mit Andreas Heller Architects & Designers für die Planung, Programmierung, Lieferung und Montage der partizipativen Museumstechnologie sowie der Netzwerktechnik in Teilbereichen des Neubaus, des Burgklosters und des Außengeländes verantwortlich. Nicht nur „klassische“ Medientechnik, sondern auch IT-Lösungen sowie ein praxisgerechter Einsatz zeitgemäßer RFID-Technologie waren Teil der Aufgabenstellung. Innerhalb des Architektenteams war Ulf Klüsener in der Projektleitungsverantwortung. Auf Kundenseite handhabt der technische Leiter Frank Weetendorf die installierte Medientechnik.

Die Lösung
Im Europäischen Hansemuseum lassen sich Schlüsselereignisse der Hansegeschichte in rekonstruierten Szenen erkunden: So begehen die Gäste u. a. eine belebte Verkaufshalle in Brügge, erleben den prunkvollen „Londoner Stalhof“ und einen wichtigen Stockfisch-Umschlagplatz in Bergen. Lübeck wird als Ort bedeutender Momente in der Entwicklung des Kaufmannsbundes thematisiert: Zum Beispiel rund um die Auswirkungen der Pest im 14. Jahrhundert, deren rasche Ausbreitung in ganz Europa als Indiz für die hohe Mobilität der Hansekaufleute gewertet wird. Weiterhin wird die Versammlung von Vertretern der Hansestädte in Lübeck beim so genannten „Hansetag“ unkonventionell mit Medientechnik in Szene gesetzt. An zahllosen interaktiven Medienstationen können Besuchern wirtschaftliche Zusammenhänge, Reiserouten und das Alltagsgeschehen zur Zeit der Hanse nachvollziehen. Sämtliche Hörstationen sind mit ohraufliegenden AKG K171 MKII Studiokopfhörern in geschlossener Bauform ausgestattet. Um den inszenierten Charakter im Raum herauszustellen sind Flächenstrahler von Derksen Lichttechnik auf LED-Basis ohne besondere Verkleidung an Manfrotto „Magic Arm“-Halterungen montiert. Die kompakten LED-Panels sind über DMX steuerbar. Über nahezu unsichtbare Lautsprecher von Tannoy wird eine Klangkulisse eingespielt. In manchen Museumsbe-reichen kommen sogar Subwoofer zum Einsatz, die mit tieffrequenten Schallwellen spürbar in den Soundtrack eingreifen. Sieben inszenierte Räume sind im Museumsneubau mit moderner Medientechnik ausgerüstet. Hinzu kommen die Bereiche „Hansekontor Bergen“ und „Hanselabor“ im Burgkloster. Für geführte Gruppen steht ein Synexis System von beyerdynamic bereit.

Wichtiger Bestandteil des Ausstellungskonzepts ist die Individualisierung des Museumsrundgangs durch ein Besuchersystem auf Basis der RFID-Technologie - „Radio-Frequency Identification“: Mit ihren Tickets erhalten Gäste einen Transponder, der dem Abruf definierter Wissensinhalte dient und darüber hinaus weitere Funktionen wie etwa die Zugangskontrolle übernimmt. Eingesetzt werden passive Transponder in Kombination mit Short-Range-Lesegeräten.

An den für Schreibvorgänge genutzten Stationen lassen sich die Tickets waagerecht auf mit dem RFID-Symbol gekennzeichnete Flächen auflegen. Bezogen auf die Geschichte wird das Hansemuseum auch gehobenen Ansprüchen an die Wissensvermittlung gerecht. Informationen werden vorrangig in Form von Texttafeln und Bebilderungen vermittelt, wobei sowohl auf Gedrucktes wie auch auf eine digitale Aufbereitung gesetzt wird.

Im letztgenannten Kontext kommen Full-HD-Displays unterschiedlicher Größen zum Einsatz, die über Touch-Funktionalitäten verfügen und zum Teil mit RFID-Lese-/Schreibgeräten gekoppelt sind. Als Touchscreens finden im Museum sowohl Industriemodelle (Elo Touch Solutions) als auch für Digital-Signage-Anwendungen ausgelegte Samsung-Produkte Verwendung. Die Zuspielungen erfolgen über in unmittelbarer Nähe positionierte Kompakt-PCs aus dem Portfolio von Fujitsu - an manchen Stationen sind die kleinen Rechner direkt hinter den Displays montiert.

Alle Rechner sind in ein Gigabit-Ethernet-Netzwerk eingebunden, was zum einen das einfache Einspielen aktualisierter Inhalte ermöglicht, zum anderen aber auch Fernwartungs- und Kontrollmöglichkeiten eröffnet. Untereinander sind die Räume über Glasfaserleitungen verbunden, wobei Kupferkabel zusätzlich als Redundanz verlegt wurden. Im Bereich Medientechnik sind rund 600 Devices in das Netzwerk eingebunden; eine Aufteilung in VLANs sorgt für eine sinnvolle Struktur. Dreh- und Angelpunkt für die Administration der Medientechnik ist eine Medialon-Mediensteuerung, auf welche vom Haustechnikteam über beliebige Rechner und sogar mobil via WLAN zugegriffen werden kann.
 
Die Medialon-Steuerung dient darüber hinaus als zentraler An/Aus-Schalter für die gesamte Technik und/oder für Teilbereiche. Über eine Applikation („Pre-Show Control“, Medialon Manager V6 Show Control Software) ist an der Museumskasse die Steuerung des Fahrstuhls (Abfrage/Freigabe, Einlasszeit in zwei unterschiedlichen Intervallen oder manuell) möglich. Teil der Foyer-Installation ist ein Monitor, der unmittelbar vor dem Eingang die verbleibende Wartezeit als Countdown anzeigt oder zum Eintreten auffordert.

Ein visuelles Highlight des Foyers ist eine Anzeigewand oberhalb des Kassenbereichs, die sich aus fünf hochkant montierten 55“ Samsung-Displays zusammensetzt. Angezeigt werden Eintrittspreise und allgemeine Besucherinformationen; eine ereignisbedingte Neubespielung (z. B. für Events) ist jederzeit über ein Content-Management-System möglich. Bei Bedarf lassen sich Bilder von Live-Kameras aufschalten.

Fragen? Wir helfen Ihnen gerne

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    Europäisches Hansemuseum

    Das Europäische Hansemuseum besteht aus einem Museumsneubau, dem mittelalterlichen Lübecker Burgkloster und öffentlichen Außenanlagen. Der handwerklich hochwertige gestaltete Gebäudekubus wurde von Andreas Heller Architects & Designers designiert.

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    Europäisches Hansemuseum

    Dem eigentlichen Rundgang vorgelagert ist eine archäologische Ausgrabungsstätte im Präsentationszustand. In dem gekühlten Areal werden Gobos auf einzelne Segmente projiziert, wenn Besucher ihre RFID-Tickets an eine von insgesamt 16 Lesestationen halten.

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    Europäisches Hansemuseum

    An interaktiven Medienstationen können Besuchern wirtschaftliche Zusammenhänge, Reiserouten und das Alltagsgeschehen zur Zeit der Hanse nachvollziehen. Diverse Screens visualisieren ein Storyboard. Das mediale Szenenbild wird durch Exponate und eine detailgetreue Kulisse ergänzt.

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    Europäisches Hansemuseum

    In Vitrinen werden Originale, Faksimiles und andere Exponate gezeigt, welche von Lesetafeln oder Blätterbüchern flankiert werden. Bei der Wahl der Leuchtmittel wurde darauf geachtet, Infrarot- und UV-Anteile zum Schutz der Exponate zu vermeiden.

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    Europäisches Hansemuseum

    Mit ihren Tickets erhalten Gäste einen Transponder, der dem Abruf definierter Inhalte dient und darüber hinaus weitere Funktionen wie etwa die Zugangskontrolle übernimmt. An markierten Stationen lassen sich die Tickets waagerecht auf mit dem RFID-Symbol gekennzeichnete Flächen auflegen und der Auslese- bzw. Schreibprozess beginnt.

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    Europäisches Hansemuseum

    Full-HD Displays, die über Touch-Funktionen verfügen und z.T. mit RFID-Lese-/Schreibgeräten gekoppelt sind, liefern digital aufbereitete Informationen. Sie sind an von ASC entwickelten Halterungssystemen befestigt. Grafische Positionsanzeigen visualisieren, auf welcher Informationsebene man sich befindet.

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    Europäisches Hansemuseum

    Der Name „Hanse“ entstand für die Gemeinschaft der niederdeutschen Kaufleute, als in Brügge die Abgaben für den Handel erhöht wurden und die Gemeinschaft einen Boykott des Welthandelsplatzes Brügge beschloss. Diese wird mit Tuchen und Gewürzen als Verkaufshalle initiiert und mit Displays und RFID-Stationen bespielt.

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    Europäisches Hansemuseum

    An interaktiven Medienstationen und Leinwänden erhalten die Besucher Informationen über geschichtliche, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge, Reiserouten und das Alltagsgeschehen zur Zeit der Hanse. Hier im Bild erfolgt dies durch eine 3fach Projektion mit Hilfe von geräuscharmen Panasonic PT-EZ580 WUXGA-Beamern.

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    Europäisches Hansemuseum

    Sämtliche Hörstationen sind mit ohraufliegenden AKG K171 MKII Studiokopfhörern in geschlossener Bauform ausgestattet, welche sich durch Tragekomfort und einen guten Klang auszeichnen. Hier optisch und akustisch inszeniert am Beispiel der Museumsstation des Dreikronenkriegs als Teil der Nordischen Kriege optisch und akustisch inszeniert.

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    Europäisches Hansemuseum

    Zum Museumsareal gehört das außerhalb des Museumsneubaus gelegene mittelalterliche Burgkloster. In einer künstlerische Inszenierung werden überlebensgroße Kaufmannsfiguren drei Projektionsflächen gegenüberstellt, auf welchen Bilder und Jahreszahlen zur Geschichte der Hanse auf die Betrachter einwirken.

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    Europäisches Hansemuseum

    In Bergen befand sich 1764 das letzte Hansekontor. Die besondere Beziehung zu Bergen wird im Burgkloster über einen Themen-Monitor erläutert und durch das wichtigste Exportgut Stockfisch dokumentiert. Einprogrammiert in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Schwedisch und Polnisch.

© Europäisches Hansemuseum

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