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Deutsches Hutmuseum in Lindenberg im Allgäu

Das Objekt
Bis in die 70er Jahre war die Gemeinde Lindenberg im Westallgäu eines der wichtigsten Hutzentren Deutschlands. Der dort produzierte, im Volksmund als Kreissäge bekannte Strohhut „Matelot“, galt als weltweiter Exportschlager. Die einstige Hutfabrik Ottmar Reich beherbergt nunmehr das Deutsche Hutmuseum Lindenberg mit seiner einzigartigen (Stadt)Geschichte, Mode und Fabrikation. Auf einer Ausstellungsfläche von 1.000 Quadratmeter wird das Handwerk der Hutmacher im traditionellen und modernen Gewand für die Besucher erlebbar gemacht: Zu sehen ist die Entstehung verschiedener Hüte und Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit und der Mode. Die Ausstellung umfasst circa 250 verschiedene Hut-Modelle, ein Vielzahl von Hut-Nähmaschinen sowie weitere Werkzeuge und Materialien der Hutmacher und Modisten. Gemälde, Zeichnungen und Fotografien spiegeln die Entwicklung von 300 Jahre Hutindustrie in Lindenberg wieder, das in seiner Blütezeit als „Klein-Paris“ galt. Für das inhaltliche Konzept und die kreative Gestaltung der Dauerausstellung im Hutmuseum Lindenberg wurden die renommierten Designer von ATELIER BRÜCKNER beauftragt. Gesamtprojektleiter war Bernd Möller. Die fundierte und auch ästhetisch, spannend und spielerisch vermittelte Hutgeschichte wurde in 2015 mit dem Bayrischen Museumspreis belohnt.

Die Aufgabe
Das Museum ist in einem Industriebau aus dem Jahr 1923 eingerichtet, der von Jauss+Gaupp Architekten BDA als Kulturfabrik neu erschlossen wurde.

Im Erdgeschoß befinden sich das Foyer und die Gastronomie im ehemaligen Kesselhaus der Hutfabrik. Ein Veranstaltungssaal, der Kulturboden, bietet im Dachgeschoss Platz für 200 Gäste. In zwei Stockwerken werden auf rund 500 Quadratmetern die Ausstellungen zur Hutmode und –fertigung gezeigt, die jeweils durch eine zentrale Installation charakterisiert und von chronologisch arrangierten Einheiten, Mitmach- und Medienstationen umgeben sind.

In der ersten Ausstellungsebene im 3. Obergeschoss spiegeln sechs Themeninseln die Stadt- und Hutgeschichte wider: der Ursprung der Strohhutproduktion vor rund 300 Jahren, der Wandel der Heimarbeit zur industriellen Produktion, dessen Blüte bis zum heutigen Status Quo, mit lediglich einer verbliebenen Hutfirma in Lindenberg und einer weiteren im Nachbarort. Das Handwerk der Hutmacher wird im sogenannten „Fabrik-Kino“ veranschaulicht. Die zweite Ausstellungsebene im 4. Obergeschoss entwickelt diese Geschichte weiter. Ein von ATELIER BRÜCKNER entwickelter „Huttornado“ als zentrales Kunstobjekt greift die Geschichte aus der darunter liegenden Ausstellungsebene auf, präsentiert bekannte und berühmte Hutträger und dynamisiert den umgebenden Raum (Künstlerische Umsetzung war Anja Luithle).

Die atmosphärische Inszenierung der Ausstellung und Exponate muss durch ein lebendiges und spannendes Ausstellungslicht akzentuiert werden. Ziel war es, einen integrativen Ansatz zur Bestandsarchitektur zu finden, um eine Brücke zwischen Architektur und Ausstellung zu schlagen. Mit dem Design und der Planung des Ausstellungslichts wurde das renommierte Stuttgarter Lichtplanungsbüro LDE (Light Design Engineering) Belzner Holmes beauftragt. Die Projektleitung hatten Stefanie Schuster und Paopanga van de Ven.

Die Aufgabenstellung, die Lichtplanung designgetreu und sorgfältig umzusetzen und die Grundbeleuchtung und das Ausstellungslicht in Betrieb zu nehmen ging an das Team von ASC SÜD. Das Licht und die Objekte sollten jeweils im Vordergrund stehen, die technischen Mittel und Komponenten im Hintergrund, um sich weitestgehend in die Architektur zu integrieren. Dafür war eine feine Montage und Justierung gefordert.
 
Die Lösung
Das von LDE designte Ausstellungslicht richtet die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Objekte und bildet die Brücke zwischen der Ausstellungsarchitektur und dem einfühlsamen Umgang mit den Exponaten. ASC hat die laut Konzeption gewünschten Lichtkomponenten eingekauft, geliefert, eingebaut und in Betrieb genommen und somit die Grundbeleuchtung und das Ausstellungslicht installiert.

Die Räume im Hutmuseum wurden verdunkelt. Das Tageslicht wurde aufgrund der Lichtempfindlichkeit der textilen Hutobjekte weitestgehend ausgeschlossen und gefiltert. Alle Leuchten sind dimmbar, es wurde seitens der Lichtplaner viel Wert auf Lichtfarbkontraste von warmen bis kalten Licht gelegt.

Für die Grundbeleuchtung, das sogenannte „Putzlicht“ der Ausstellungsräume im Hutmuseum Lindenberg, hat man neue Kabelkanäle gelegt und Leuchtstoffröhren in diesen und in schon vorhandenen Kabelkanälen befestigt. Die Deckenbeleuchtung ist „versteckt“ installiert, hier wurden diverse kleine, hochwertige, aus Edelstahl ausgeführte LED-Leuchten – eine Manufakturware der Firma Eigenart – in auf die Ausstellung abgestimmten Profilen gependelt. Diese beleuchten die Objekte und grafischen Oberflächen.

Das integrierte Licht in den Vitrinen wurde mittels kaum sichtbarer Leuchtkörper in Kammschienen realisiert, um die Exponate fein dosiert herauszustellen.

Das im 3. Obergeschoss installierte Fabrikationsregal zeigt die Hutproduktion: ein gläserner, begehbarer Kubus, der die technischen Herstellungsabläufe der Hutfabrikation verdeutlicht. Lightpanels frameless der Marke Designpanel – hier handelt es sich um rahmenlose Lichtwände mit gleichmäßiger Ausleuchtung der Flächen – wurden im Fabrikationsregal verbaut. Diese Wände sind aus „intelligentem“ Glas, dessen Transparenz sich von durchsichtig zu milchig verwandeln lässt – dadurch entsteht an den Innenseiten eine raumhohe Projektionsfläche. Hier wird die Entstehung eines Hutes filmisch vor Augen geführt.

Die Beleuchtung interagiert in regelmäßigen zeitlichen Abläufen mit der filmischen Produktion: Wenn das Licht runtergedimmt ist, steht der Film im Mittelpunkt. Wenn die Projektionsfläche wieder durchsichtig ist, stehen die Exponate wieder visuell im Vordergrund.

Der Huttornado im 4. Obergeschoß bildet den Mittelpunkt der Ausstellung und symbolisiert den Modekontext und den Hutexport in alle Welt. Die Installation besticht durch zahllose, weiße Kopfbedeckungen, die sich an einer gewundenen Metallstange dynamisch in den Raum und in die Höhe schrauben – letzteres wird durch kaltes und warmes Licht verstärkt. Für die Objektbeleuchtung des Huttornados kamen unter anderem PUNTO-Einbauleuchten von Eigenart zum Einsatz – Power-LED-Miniaturstrahler, die nahezu unscheinbar sind, aber über eine hohe Leistungsstärke verfügen. Darüber hinaus wurden als Bodenleuchten Gallery CC Strahler an 3-Phasen-Stromschienen verwendet, die sich unter der Podest-Rotunde befinden.

Umgebende, großformatige Fotografien reflektieren den modischen Aspekt und weisen auf zeitlich korrespondierende Themen hin, die auf den Rückseiten der Fotowände szenisch arrangiert sind. Die Leuchtkästen der Großgrafiken wurden mit starren LED-Profilstreifen von Richter Lighting Technologies ausgestattet. Sie sind mit warm- bzw. kaltweißen LEDs bestückt, so dass man die Farbtemperatur an das jeweilige Objekt anpassen kann. Hinzu kommen zahlreiche Tischvitrinen, die mit integrierten Hera-LED-Lichtkomponenten bestückt wurden.

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    Deutsches Hutmuseum Lindenberg

    Eine Reise in die Welt und durch die Geschichte der Hutmode. ASC Ausstellungslicht inszeniert Großfotos, Schauvitrinen und Exponate.

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    Deutsches Hutmuseum Lindenberg

    Der mit spannenden Licht- und Schattenwechseln inszenierte Huttornado dynamisiert als Kunstwerk den Ausstellungsraum.

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    Deutsches Hutmuseum Lindenberg

    Die eigens inszenierte künstliche Beleuchtung unterstützt die Präsentation der Ausstellungsstücke und steigert den Erlebnisfaktor. Das Licht lenkt den Blick des Betrachters, setzt Akzente im Raum und fokussiert auf die Exponate.

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