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Erneuerung der Beschallungsanlage in der evangelisch-lutherischen Rellinger Kirche

Das Objekt
Die barocke Rellinger Kirche mit ihrer charakteristisch achteckigen Gestalt und der großen aufgesetzten Laterne gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Spätbarockbauten von Schleswig Holstein. Von 1754 bis 1756 baute Cai Doses im Auftrag des dänischen Königs Friedrich V. den Neubau des Gotteshaus in der Ortsmitte von Rellingen. Er wurde im Oktogon-Grundriss mit kräftigen Säulen angelegt und hat einen Raum mit Emporen, in dem die Sitzplätze der Kanzel zugewandt sind. Ziel von Cai Doses war es, allen Gottesdienstbesuchern ein gleich gutes Hören und Sehen während der Predigt zu ermöglichen.

Die Anforderungen an eine gute Harmonie zwischen Sprachverständlichkeit und Musikqualität unterscheiden sich in der heutigen Zeit deutlich von den Anforderungen zur Zeit Doses. Daher hat der Kirchenvorstand 2014 das Projekt einer neuen Beschallung mit der damalig tätigen Pastorin Martje Kruse vorangetrieben, das 2017 unter Leitung von Pastor Dr. Lennart Berndt realisiert wurde. Der Kirchenraum verfügt über eine natürliche Halligkeit, die vor der Erneuerung der Beschallungsanlage deutlich zu Lasten der Sprachverständlichkeit ging. Die vorhandene Technik in der Rellinger Kirche hatte den Schall zu wenig gebündelt und somit nur Teile der Kirche abgedeckt.

Die Aufgabenstellung
Der oktogonale Bau der Rellinger Kirche mit seiner großen Höhe und 2 Emporen-Ebenen erfordert eine flexible und leistungsstarke Beschallungsanlage. Aus Denkmalschutzgründen war eine raumakustische Aufwertung des Kirchenraumes nicht möglich. Zum einen sollte auf Wunsch des Kirchenvorstands trotz des langen Nachhalls auf allen Plätzen eine hohe Sprachverständlichkeit gewährleistet werden, zum anderen heutige Anforderungen an die Tonqualität erfüllt werden. Hier kommt als Stichwort die "volltönende Wiedergabe" für den Klangenuss zum Zuge, auch für die Einspielungen von CD, Smartphone, etc. Als "I-Tüpfelchen" war der Richtungsbezug in Form einer Wiedergabe von vorne gewünscht. Außerhalb der Gottesdienste erfreut sich die Kirche dank ihrer Raumakustik einer regelmäßigen Nutzung für Konzerte und ähnlichen Veranstaltungen, u.a. bei Musikveranstaltungen des Mai-Festivals und des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals, so dass auch die Nutzung als Eventlocation von der Modernisierung profitieren sollte. Mit dem Ziel, die Neuinstallation pünktlich zur Vorweihnachtszeit 2017 abzuschließen.

Als Spezialist für Raum- und Kirchenakustik wurde Frank Chilinski von Nordakustik als Fachplaner für das Projekt gewonnen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Integration hochwertiger Beschallungstechnik für Kirchengebäude und dem besten Angebot konnte Amptown System Company das ausgeschriebene Projekt für sich gewinnen. Sales Manager Andreas Klöhn und Projektleiter Michael Stötzel begleiteten das Projekt vom Angebot bis zur Endabnahme.

Die Lösung
Die Beschallung

Die hohen Anforderungen des Kunden wurden durch eine geschickte Planung erreicht: Mögliche Standorte für die Lautsprecher und das Medienrack wurden mit der Architektin und dem Denkmalschutz sowie dem Hauselektriker - die Möglichkeiten des Kabelzugs - abgestimmt. Die alte Lautsprecherverkabelung in der 100 Volt Technik war nicht mehr zeitgemäß, zumal auch die Emporen angebunden werden mussten. So hat der Hauselektriker die vom Planer geforderte niederohmige Verkabelung für alle Lautsprecher verlegt und bei dieser Gelegenheit auch die Mikrofonverkabelung erneuert. Für die Aufholbeschallung auf den Emporen (Emporen mit je 7 Lautsprechern) und im vorderen Bereich (Altarmonitoring zu beiden Seiten je 2 Lautsprecher) hat ASC 16 kleine, kaum sichtbare, aber sehr effektive d&b 5 S Lautsprecher aus der xS-Serie installiert. Die zwei d&b 24 C Säulenlautsprecher aus der xC-Serie fügen sich durch ihre schlanke Bauform sehr gut in die Säulenarchitektur ein. Sie reichen durch ihre große Bündelungsfähigkeit bis in die hintersten Reihen: Im Gegensatz zur früheren Beschallungssituation ist eine Aufholbeschallung dort nicht mehr nötig. Aus Gründen der Betriebssicherheit wurden auf die Lautsprecher abgestimmte Systemendstufen verbaut. Für die Hauptbeschallung (d&b 24C und 5S vorne) kommen die rauscharmen zweikanaligen D6 Endstufen zum Einsatz, für die Aufholbeschallung die vierkanaligen 10D Endstufen. Insgesamt fügen sich die Lautsprecher dezent in ihre Umgebung ein und ordnen sich dem Kirchenraum unter - ein Auswahlkriterium im Sinne des Denkmalschutzes.

Mikrofonie und Schwerhörigenschleife
Eine weitere Herausforderung war die Funkmikrofontechnik und die Schwerhörigenschleife: Bei der Funkmikrofontechnik wurde in der Planungsphase das Frequenzspektrum abgescannt, um im Hinblick auf die "digitale Dividende" auch in Zukunft sicher funktionierende Funkstrecken nutzen zu können. Dazu hat ASC ausschließlich digitale QLXD-Funkstrecken von Shure eingesetzt. Die Auswahl der Mikrofonkapseln und Headsets erfolgte nach klanglichen und Sprachverständlichkeitsaspekten.
Die Schwerhörigenschleife erfüllt die Anforderungen der DIN 60118-4 mit Hilfe des Stromverstärkers Ampetronic ILD 1000, der beste Tonqualität in den Hörgeräten sichert. Die Nutzer können an im Kirchenraum verteilten Bedientableaus, EC-4B Ethernet Controller des Herstellers BSS, in der Sakristei, in der Küsterloge, an der Orgel Presets auswählen und bei Bedarf die Gesamtlautstärke in festgelegten Grenzen verändern: Bei Nichtbenutzung der Emporen können die dort platzierten Lautsprecherkreise abgeschaltet werden, um die Sprachverständlichkeit im Hauptbereich zu optimieren. Auf diese Weise wird die Handhabung der Anlage durch die Nutzer stark vereinfacht.

Im üblichen Kirchenbetrieb ist keine manuelle Lautstärkeanpassung erforderlich: Die durch das Team Michael Stötzel, Andreas Klöhn und Frank Chilinski gemeinsam ermittelten Einstellungen von Automatikmischer und Audio-DSP erlauben eine optimale Sprachverständlichkeit mit Richtungsbezug bei zugleich einfacher Bedienung. Der Automatikmischer öffnet nur die Mikrofone, in die auch hineingesprochen wird. Nicht besprochene Mikrofone werden nahezu geschlossen, so werden zusätzliche Halleinträge in die Anlage, welche die Sprachverständlichkeit vermindern könnten, vermieden. Nicht vom Nutzer zu bedienende Bedienelemente der Geräte (Endstufen, Funkempfänger, Automatikmischer) wurden bis auf die tatsächlich notwendigen Steller (z.B. Aux-Eingang) aus Gründen der Betriebssicherheit in Absprache mit der Kundschaft gesperrt.

Fragen? Wir helfen Ihnen gerne

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    Rellinger Kirche

    Blick von der Kanzel in den Zuhörerraum: Der oktogonale Bau der Rellinger Kirche mit seiner großen Höhe und 2 Emporen-Ebenen erfordert eine flexible und leistungsstarke Beschallungsanlage.

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    Rellinger Kirche

    Für die Aufholbeschallung auf den Emporen (Emporen mit je 7 Lautsprechern) und im vorderen Bereich (Altarmonitoring zu beiden Seiten je 2 Lautsprecher) hat ASC 16 kleine, kaum sichtbare, aber sehr effektive d&b 5 S Lautsprecher aus der xS-Serie installiert.

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    Rellinger Kirche

    Eine der zwei d&b 24 C Säulenlautsprecher aus der xC-Serie. Die d&b 24 C fügt sich durch ihre schlanke Bauform sehr gut in die Säulenarchitektur ein und reicht durch ihre große Bündelungsfähigkeit bis in die hintersten Reihen.

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    Rellinger Kirche

    Empore mit verstecktem kleinen direkt abstrahlenden d&b 5 S Lautsprecher, insgesamt wurden pro Empore 7 Lautsprecher aus der xS-Serie montiert.

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    Rellinger Kirche

    Auch hier hat sich eine d&b 5 S Lautsprecherbox nahezu unsichtbar an einer Säule "versteckt".

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    Rellinger Kirche

    Blick auf den Altar: Für das Altarmonitorung wurden zu beiden Seiten je zwei d&b 5 S Lautsprecherboxen montiert.

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    Rellinger Kirche

    Insgesamt fügen sich die Lautsprecher dezent in ihre Umgebung ein und ordnen sich dem Kirchenraum unter - ein Auswahlkriterium im Sinne des Denkmalschutzes.

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    Rellinger Kirche

    Die Nutzer können an im Kirchenraum verteilten Bedientableaus, EC-4B Ethernet Controller des Herstellers BSS, in der Sakristei, in der Küsterloge, an der Orgel Presets auswählen und bei Bedarf die Gesamtlautstärke in festgelegten Grenzen verändern.

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