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adunas Inspizientensystem im Thalia Theater Hamburg

Das Objekt
Das Hamburger Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater, eine Sprechtheaterbühne mit einem festen und viel gerühmten Ensemble. Der Zuschauerraum bietet ca. 1.000 Plätze, das Repertoire umfasst etwa 20 Produktionen. Ungefähr neun neue Premieren werden pro Spielzeit im Großen Haus am Alstertor aufgeführt. Das ursprüngliche Gebäude gegenüber des heutigen Thalia Theaters wurde von den Architekten Franz Georg Stammann und Auguste de Meuron 1843 entworfen.

Die Aufgabe
Nach einer intensiven Planungsphase des Hamburger Thalia Theaters sollte im Sommer 2015 das in die Jahre gekommene und damit störanfällige Inspizientensystem durch ein neues, für die Zukunft gerüstetes System ersetzt werden. Die Gestaltung des Inspizientenpultes sollte einerseits an das alte Design angelehnt, gleichzeitig aber in Punkto Programmier- und Konfigurierbarkeit sowie Bedienungskomfort den gestiegenen Anforderungen gewachsen sein. Der Einbau des Systems musste aufgrund des engen Spielplans in der Sommerpause erfolgen. Durch noch stattfindende Gastspiele standen lediglich vier spielfreie Wochen für die Installation zur Verfügung, was eine präzise Vorplanung voraussetzte.

Die Lösung
Die komplexen Systemanforderungen erforderten ein leistungsstarkes, flexibles und echtzeitfähiges Steuerungssystem. Das hierfür im Thalia Theater ausgewählte System heißt „adunas“. Die adunas Software ist in einer Client-Server Systemarchitektur aufgebaut und nutzt eine SPS Industriesteuerung des Herstellers Beckhoff als universelles Interface für alle zu steuernden System Komponenten.
Als Server und zentrale Steuereinheit kommt ein Industrie-PC im Hutschienen Format zum Einsatz. Im Thalia Theater wurden aus Redundanzgründen zwei dieser Rechner parallel installiert. Der Hauptserver wird ständig überwacht, bei einem Ausfall übernimmt automatisch der zweite Server. Die I/O-Komponenten sind in der Regel Hutschienenkomponenten. Beckhoff bietet eine sehr hohe Vielfalt von Eingabe-und Ausgabe-Komponenten an, die alle erdenklichen Schnittstellen im Theaterbereich abdecken. Unter anderen werden darüber Tastenfelder, Drehgeber als auch Lichtzeichen an das System angebunden. Durch die Anwendung von Industriekomponenten ist eine lange Nachkaufsicherheit der einzelnen Komponenten gewährleistet und zudem sind diese relativ preiswert. Clients für die Bedienung des Systems können Touch Displays, Informationsdisplays, aber auch Tablets sein, denn adunas läuft auf Windows-, Linux- oder Android-basierenden Clients. Bis zu 256 Clients werden von adunas unterstützt. Die Hot-Connect-Fähigkeit sorgt dafür, dass bei einem Neustart des Clients sofort wieder eine Anbindung an den Server erfolgt. Fehler im System können bei Bedarf an alle Clients gemeldet. Dies sind nur zwei von vielen Maßnahmen in puncto Betriebssicherheit. In Bezug auf die Zuverlässigkeit profitiert man von dem Know-how aus dem Bereich des Industrieanlagenbaus, denn hier werden viel höhere Maßstäbe gesetzt, als im Veranstaltungs- und Theaterbereich üblich.

Über einen echtzeitfähigen sogenannten EtherCAT-Bus werden dezentralen System-Komponenten angebunden. Die dafür genutzte Netzwerkinfrastruktur ist TCP/IP-basierend, arbeitet aber mit einem speziellen Protokoll. Die Verkabelung erfolgt via Standard CAT-Kabel (mindestens CAT-5), was den Verkabelungsaufwand für das Gesamtsystem minimiert. Bemerkenswert bei dieser Netzwerkstruktur sind die geringen Schaltzeiten im Mikrosekundenbereich. Das Schalten einer Signalisierung oder die Rückmeldung eines Benutzers erfolgt quasi in Echtzeit. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass adunas für Service-Arbeiten oder Systemergänzungen im Bereich der Bedienoberfläche ferngewartet werden kann.

Szenensteuerung, Inszenierungsspeicherung und Nutzer Profile
Eine Neuerung, die mit dem adunas System Einzug im Thalia Theater gefunden hat, ist die Szenensteuerung bzw. Inszenierungsspeicherung. Sie ermöglicht, dass eine System- oder auch Inspizientenpult-Konfiguration inszenierungsbezogen abgespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden kann. Über die Szenensteuerung lassen sich für jede Szene u.a. Kameraauswahl mit Richtung und Zoom, Videomonitorbelegungen sowie Lichtzeichenvorwahl festlegen. Es lassen sich Rufe und Abhörmonitorpegel vorwählen und vieles mehr. Diese Automationsmechanismen entlasten den Inspizienten sehr bei seiner Tätigkeit. Es lässt sich über die Automation auch realisieren, dass z.B. bei eingeschaltetem Mithören oder aktivierten Videokameras automatisch eine entsprechende Signalisierung für die Mitarbeiter erfolgt, um auch der getroffenen Betriebsvereinbarung bezüglich des Datenschutzes gerecht zu werden.
adunas ermöglicht auch das Anlegen von Nutzerprofilen, welche beim Start des Systems per Passwortabfrage oder einfach per SSID Chip aufgerufen werden. So kann sich jeder Inspizient das Inspizientenpult entsprechend seiner Arbeitsweise individuell konfigurieren. Dies wird durch elektronisch beschriftbare Farb-LCD Tastenfeldern unterstützt, die in ihrer Funktion völlig frei programmiert werden können. Häufig genutzte, oder in einer Inszenierung schnell aufeinander folgende Funktionen können so auf ein Tastenfeld zusammengelegt werden. Auch die Zugriffsrechte werden über die Nutzerprofile verwaltet.

Lichtzeichen
Im Thalia Theater sind über 100 Lichtzeichen vorhanden und neben den klassischen nun auch Lichtzeichen, die per DMX angesteuert werden und sich in Farbe und Helligkeit anpassen lassen. Die Signalisierungsmöglichkeiten bei adunas sind vielfältig und so können auch Displays mit Szenennummer/Namen und eingeblendetem Timecode, etc. zum Einsatz kommen. Beim Thalia Theater werden auf den Bühnenmonitoren zum Beispiel Szenennummern eingeblendet.
Für die Programmierung der Lichtzeichen gibt es in der Bedienoberfläche auf dem Touch Display Grundrisspläne der Spielstätte mit markierten Positionen der Lichtzeichen. Darüber können die Lichtzeichen auf dem Display einfach lokalisiert, angewählt und auf eine Taste gelegt werden.

Video
adunas kann auch für die Steuerung der Kreuzschienenverteilung von Videosignalen über eine SDI-Matrix benutzt werden. Die Einstellungen der SDI-Matrix werden von der Haustechnik auf einer tieferen Bedienebene programmiert und dann für eine bestimmte Inszenierung automatisch aufgerufen. So lässt sich z.B. ein Videosignal für die Tonregie inszenierungsbezogen bereitstellen um Sichtkontakt mit einem Künstler zu realisieren. Ebenfalls lässt sich über das Videorouting eine Aufzeichnung einer Aufführung, z.B. für einen Ersatzschauspieler oder für Archivzwecke, realisieren.

Fragen? Wir helfen Ihnen gerne

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    Thalia Theater

    Das Thalia Theater ist eines der drei Hamburger Staatstheater. Der Name Thalia steht für die Muse der komischen Dichtung und Unterhaltungskunst; des Weiteren ist Thalia auch eine der drei Grazien.

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    Thalia Theater

    Die Inspizientenpulte von adunas zeichnen sich durch höchstmögliche Flexibilität sowohl auf Software- als auch auf Hardware-Seite aus: Zusätzliche Funktionen sind schnell implementierbar, weitere Schnittstellen und Schnittstellenstandards sowie Steuerungslogik schnell integrierbar.

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    Thalia Theater

    Über die Szenensteuerung lassen sich für jede Szene u.a. Kameraauswahl mit Richtung und Zoom, Videomonitorbelegungen sowie Lichtzeichenvorwahl festlegen. Es lassen sich Rufe und Abhörmonitorpegel vorwählen und vieles mehr.

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